La Fille mal gardée

Zurück zur Startseite Die schlecht behütete Tochter.     Musik: Louis Joseph Ferdinand Herold
Lisa
  Angela Philipp als Lisa in der Hauptrolle. 
Lisa
 Opernhaus Leipzig. 
Lisa
 Inszenierung: Dietmar Seyffert
Lisa  Partner:  Thomas Vollmer

Zur Geschichte
Das Stück ist schon über 200 Jahre alt. Die Uraufführung fand kurz vor dem Ausbruch der französischen Revolution, am 1. Juli 1789, im Grand Théâtre in Bordeaux statt. Im Gegensatz zu den meisten zeitgenössischen Balletten enthielt La Fille mal gardée Charaktere aus dem Alltagsleben.
Die Handlung spielt in Frankreich auf dem Land: Lisa, die Tochter der Witwe Simone, durchkreuzt die Pläne ihrer Mutter, die sie mit einem einfältigen Sohn eines reichen Nachbarn verheiraten will, und erhält zum Schluß Simones Segen, als sie ihren Geliebten Colas heiratet.
Die Musik wurde in aller Eile aus mehreren beliebten Musikstücken zusammengestell. Die Choregrafie besorgte der damals führende Choreograf Jean Dauberval. Die Rolle der Witwe Simone wurde von einem Mann getanzt, einem gewissen M. Brochard, der damit eine bis heute weitgehend erhalten gebliebene Tradition begründete.
1828 nahm die Pariser Opéra das Stück in ihr Repertoire auf; die Einstudierung stammte vom Ballettmeister Jean-Pierre Aumer, und Ferdinand Hérold schrieb für die höheren Ansprüche des Hauses eine neue Musik, wobei er die besten Nummern des Originals beibehielt, zahlreiche Passagen selbst komponierte und einen Großteil der Melodien aus anderen Werken übernahm. Das war seiner Zeit durchaus üblich; in diesem Fall handelt es sich meist um Entlehnungen aus Opern von Rossini. 1864 schrieb Ludwig Hertel im Auftrag von Paul Taglioni eine neue Musik für die Produktion an der Hofoper in Berlin. Hertels Musik wurde auch in Marius Petipas und Lev Ivanovs Neufassung in St. Petersburg benutzt. In dieser Fassung war das Ballett noch lange Zeit nach der Revolution Bestandteil des russischen Repertoires. Den Höhepunkt bildete Frederick Ashtons eigene Fassung dieses Werkes. Als er Hertels Musik hörte, verwarf er sie schon nach wenigen Takten als zu schwerfällig und wandte sich den früheren Partituren zu, die er in Frankreich aufgespürt hatte. Er bat John Lanchbery, den damaligen Chefdirigenten des Royal Ballet, auf der Grundlage dieser Kompositionen eine neue Musik zusammenzustellen. Die erste Aufführung dieser Fassung am Londoner Royal Opera House Covent Garden war ein großer Triumph. So ist das Stück inzwischen ein Klassiker, der Zeugnis von Frederick Ashtons Begabung ablegt und das Andenken an die Künstler der Vergangenheit aufrechterhält, die zu diesem meisterhaft komischen Ballett beigetragen haben.