In the title role. At the stage of the Opera-House in Leipzig.
  Production: Opernhaus Leipzig
Zur Geschichte
Als Théophile Gautier 1835 Heinrich Heines Buch De l´Allemagne las, stieß er darin auf die Beschreibung der
schneeweißen Wilis - Geister von jungen Mädchen, die vom Mondlicht verklärt auf nebligen Feldern ununterbrochen
tanzen. Sofort verfiel er auf den Gedanken, daraus ein Ballett zu machen: Die alte Legende berichtet von jungen
Mädchen, die verlobt sind, aber vor der Hochzeit ums Leben kommen und selbst im Grab keine Ruhe finden; nachts
stehen sie manchmal auf, um zu tanzen. Ein nächtlicher Wanderer, der in ihren Bannkreis gerät, muß sich im Reigen
der Geister zu Tode tanzen.
Gautier konnte für diesen Stoff zunächst kein geeignetes Szenarium finden, auf dem sich ein Ballett aufbauen ließ.
Als er dem Librettisten Vernoy de Saint-Georges von seinem Plan erzählt, erstellte der Textbuchbautor innerhalb
von drei Tagen einen Handlungsabriß mit dem Titel Giselle oder die Die Wilis, der von der Direktion des Opernhauses
von Paris sofort angenommen wurde. Das Baurenmädchen Giselle liebt den Jüngling Loys, von dem sie nicht weiß, daß er in Wahrheit der verkleidete
Herzog Albrecht ist. Als sie von einem eifersüchtigen Rivalen darüber aufgeklärt wird, glaubt sie sich hintergangen,
verliert den Verstand und sinkt nach einem letzten Tanz ihrem Liebsten tod zu Füßen. Im 2. Akt: ruft Myrte, die Königin der Wilis, Giselle aus dem Grab und befiehlt ihr, den reuigen Albrecht in einen
tödlichen Tanz zu locken. Aber Giselles Liebe triumphiert über die Geister; sie drängt den Geliebten an das
Grabkreuz, wo die Wilis über ihn keine Macht haben. Bei Sonnenaufgang ziehen sich die Gespenster zurück,
und Giselle nimmt zum letztn Mal Abschied von Albrecht. Die Uraufführung fand am 28. Juni 1841 an der Oper in Paris statt und hatte einen Riesenerfolg. 1886 wurde Giselle
in Paris abgesetzt und erst 1924 wieder einstudiert. In der Folgezeit gab es zahlreiche Änderungen in der Choreographie
und an den Szenenfolgen sowie Kürzungen und Erweiterungen an der Partitur. Die heutigen Choregraphien sind überwiegend
russischen Ursprungs.